Arena di Verona

Über die Arena von Verona und das Unvermögen Treppen zu steigen

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Destination

Verona ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Italiens und gehört zur Region Venetien. Die Altstadt wird von der Etsch malerisch eingerahmt und ist seit dem Jahr 2000 Teil des Weltkulturerbes. Besonders sehenswert sind die Arena von Verona, das Haus der Julia sowie die  Piazza delle Erbe. Außerdem kann man von der Piazzale Castel San Pietro eine wunderschöne Aussicht über Verona genießen.

Anreise

Von Deutschland aus erreicht man Verona innerhalb von zwei Flugstunden, wobei man außerhalb der Saison in der Regel über München oder Frankfurt/Main fliegt. Alternativ fährt die Deutsche Bahn ab München in etwa fünfeinhalb Stunden nach Verona. Ebenfalls über München gibt es eine Verbindung mit dem Nachtzug der ÖBB nach Mailand.

Unterkunft

Ferienwohnung
Via Timavo
37129 Verona, Italien
www.airbnb.de/rooms/7394020

Dieses kleine Idyll eignet sich perfekt für einen Städtetrip alleine, zu zweit oder mit einem Kind auch zu dritt. Die Ausstattung war wie beschrieben, funktionierte und befand sich in einem sauberen Zustand. Die Lage im Erdgeschoss war für mich anfangs komisch. Dadurch, dass es eine Seitenstraße ist und die Fenster Gitter haben, habe ich mich aber sehr sicher gefühlt. Der einzige Nachteil der Wohnung ist eventuell ihre Lage, da sie sich nicht direkt im touristischen Zentrum Veronas befindet. Allerdings erfordert es nur einen kleinen Spaziergang über die Etsch und schon ist man in fünf bis zehn Minuten bei der Arena. Zudem befinden sich auf der nahe gelegenen Via Venti Settembre genügend kleine Geschäfte sowie in etwa zehn Minuten Entfernung ein größerer Supermarkt. Für den kulinarischen Höchstgenuss empfehle ich einen kleinen Abendspaziergang zur Piazza San Tomaso zu unternehmen. Da kann man nämlich bei Salvatore richtig lecker Pizza schlemmen. Zum Nachtisch gibt es um die Ecke bei Ballini gleich noch ein leckeres Eis.

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Mit der VeronaCard in viele Museen Veronas

Am Morgen gehen wir besonders pünktlich los, um einerseits die Arena von Verona noch mit möglichst wenig Touristen zu besuchen und um andererseits die VeronaCard voll und ganz auszunutzen. Die VeronaCard (18 € für 24h) gilt für zahlreiche Sehenswürdigkeiten sowie dem öffentlichen Nahverkehr in Verona. Besonders lohnenswert ist sicher die Arena, das Haus der Julia, das Castelvecchio und der Torre dei Lamberti. Los geht also der Sightseeing-Marathon! Wenn du es eher ruhig angehen magst, findest du » hier Tipps für eine erste Besichtigung der Stadt.

Die Arena von Verona

Die Arena von Verona wurde im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet und lag damals noch außerhalb der Stadtmauer Veronas. Sie diente als Schauplatz blutiger Gladiatorenkämpfe und bot über 20.000 Menschen Platz. Leider gab es 1.000 Jahre nach dem Bau der Arena ein schlimmes Erdbeben, das den größten Teil des äußeren Rings zerstörte. Daher sind heute nur noch vier Bögen des Außenrings vorhanden.

Erst im 20. Jahrhundert – genauer im August 1913 – wurde die Arena anlässlich des 100. Geburtstags des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi (1813-1901) wieder als Theater genutzt und die Oper Aida aufgeführt. Bis heute finden in den Sommermonaten Opernaufführungen und Konzerte statt.

Arena di Verona

Arena di Verona

Und nun stehe ich mittendrin. Auf einer der vielen Steinstufen, die zu den billigeren Platzkategorien gehören und lasse meinen Blick schweifen. Im Hintergrund sehe ich einige Dächer; kann den Trubel der Stadt erahnen. Im Vordergrund dominiert die knallrote Bühne, die einen Teil des perfekten Ovals bedeckt. Ich steige die Stufen hinunter und nehme auf einem der Plastikstühle Platz, um Probe zu sitzen. Schade, dass es nicht Sommer ist. Ich glaube, dass ich mir Tickets für die Arena gegönnt hätte. Tatsächlich bin ich tief beeindruckt von diesem Theater. Klar, ich war schon im Kolosseum in Rom und das hat mir ebenfalls imponiert. Aber hier in der Arena ist das Gefühl anders. Ich denke nicht an brutale Gladiatorenkämpfe, sondern an grandiose Bühnenaufführungen an lauschigen Sommerabenden. Die Arena von Verona ist irgendwie so luftig; das Bild so klar. Ich könnte stundenlang hier sitzen und einfach schauen und den Geist frei werden lassen. Doch der Alltag holt mich zurück. Nach knapp einer Stunde hat meine beste Freundin langsam genug von diesem Teil der Arena und ich muss mich verabschieden. Nicht aber ohne durch die Bogengänge zu gehen und noch etwas mehr in die Geschichte des Gebäudes einzutauchen.

Und dann ist es passiert

Einige Zeit später stehen wir wieder auf der Piazza Brà. Der Tag ist eingeläutet, die Cafés füllen sich, der Platz wird voller. Wir aber sind rastlos und machen uns auf den Weg zum Castelvecchio. Und weil es im Internet ganz nett aussah, der Eintritt in der VeronaCard eingeschlossen ist und es quasi auf dem Weg liegt, besuchen wir das Museo Lapidar Maffeiano. Dort gibt es hauptsächlich Inschriften, Reliefs und Sarkophage der Etrusker und Römer zu sehen. Nicht wirklich spannend. Schön ist aber der Blick vom ersten Stock auf die Piazza Bra.

Blick auf die Piazza Brà in Verona

Piazza Brà von der Arena aus

Blick auf die Piazza Brà in Verona

Piazza Brà vom Museum aus

Museo Lapidar Maffeiano

Museo Lapidar Maffeiano

Leider rächt sich der Besuch beim Ausgang. Ich übersehe eine vermeintliche (Mini-)Stufe und lande auf dem Hintern. Gut, der federt sicher einiges ab. Doch auch mein Fuß schmerzt. Und zwar so richtig. Eine der Museumsmitarbeiterinnen sorgt sich, möchte mich lieber erst einmal auf einen Stuhl verfrachten. Doch ich wehre mich. Grinse den Schmerz weg und stehe auf. Mir ist das unangenehmen. Es ist ja nicht so, dass hier gar keine Touristen wären, die einen nun doof anstarren. Ich will daher einfach nur schnell weiter.

Tatsächlich quäle ich mich bis zum Castelvecchio, gehe dort sogar noch die Stufen hinauf bevor ich streike und nur noch nach Hause will. Tief in meinem Inneren hatte ich die Hoffnung, dass der Schmerz aufhören würde. Doch die Realität ist eine andere. Mein Fuß tut höllisch weh und ich glaube nicht, dass ich damit heute noch viele Schritte machen werde; geschweige denn auf irgendeinen Turm steigen werde. Dabei liebe ich Aussichtstürme und hatte mich sehr auf den Besuch des Torre dei Lamberti gefreut. So ein Mist. Aber all das Jammern hilft gerade nichts. Wir machen uns erst einmal auf den Weg zurück in die Unterkunft und schaffen es sogar eine Bandage und eine Kühlkompresse in einer Apotheke zu besorgen. In der Wohnung verfrachte ich mich ins Bett. Das Liegen entspannt mich; gleichzeitig merke ich aber, dass der Schmerz nicht wirklich nachlässt. Für mich ist das Sightseeing-Programm definitiv beendet.

Castelvecchio in Verona

Blick auf die Etsch

Castelvecchio in Verona

Castelvecchio

In Berlin wird sich herausstellen: Bänderriss. Heutzutage ja nicht mehr sonderlich „spannend“. Ich bekomme nicht mal eine Krankschreibung. Und trotzdem tut es echt weh. Im Nachhinein bin ich aber selbst überrascht, wie mobil ich mit dem Fuß noch war. Wo ein Wille ist, ist eben manchmal wirklich auch ein Weg.

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