Minimalistische Babyausstattung

Minimalistische Erstausstattung fürs Baby: Wickeln & Pflegen

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Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil meiner Reihe Minimalistische Erstausstattung fürs Babys. Im » ersten Teil habe ich dir meine Gedanken zum Thema Kleidung mitgeteilt. Heute widme ich mich dem Wickeln und der Pflege des Babys.

Stoffwindeln

Minimalistische Babyausstattung

Mullwindel, Snappi und Überhose

Meine Mutter erzählte mir, dass sie – als ich ein Baby war – Mullwindeln auskochte und mich damit wickelte. Im ersten Moment klang das schon ein bisschen eklig, aber relativ schnell wurde mir klar, dass ich das auch so machen möchte. Umso mehr ich mich in das Thema einlas, umso mehr verlor ich die Scheu. Babys, die ausschließlich gestillt werden, produzieren neben Urin lediglich Muttermilchstuhl. Klar, das ist jetzt nicht lecker, aber in der Regel stinkt der nicht sonderlich und ist vor allem wasserlöslich. Das heißt heutzutage: Die Windeltücher können einfach in die Waschmaschine gegeben werden und kommen dort schön sauber wieder heraus. Ich habe etwas mehr als ein Dutzend Mulltücher und einige Überhosen zum Wickeln gekauft. Wenn du noch mehr zum Wickeln mit Stoffwindeln erfahren möchtest, lass mir doch einen Kommentar da.

Übrigens: Ganz zu Beginn hatte ich auch eine Packung Öko-Wegwerfwindeln aus der Drogerie gekauft, weil ich mir nicht sicher war, ob ich  mit den Stoffwindeln zurechtkommen würde. Diese Sorge war unbegründet. Schon am dritten Tag habe ich Zuhause mit Stoff gewickelt. Die Wegwerfwindeln habe ich unterwegs genutzt bis sie vollständig aufgebraucht waren.

Wickelkommode

Die Suche nach einer guten und passenden Wickelkommode kann langwierig werden. Immerhin wird man diese in der Regel mindestens ein, zwei Jahre benötigen. Da sollte sie nicht nur praktisch sein, sondern auch hübsch aussehen. Manch eine Familie schwört auf Wickelaufsätze auf normalen Kommoden, die man dann nach dem Wickelalter abnehmen kann. Ich finde, dass das durchaus praktisch klingt. Mein Freund und ich sahen uns jedoch mit zwei Problemen konfrontiert:

  1. Wir sind beide mit über 1,80 m Körperhöhe recht groß und wollten gern auf angenehmer Höhe wickeln.
  2. Wir haben wenig Platz. Konkret: Wir haben eigentlich keinen Platz, vor allem nicht für ein neues Möbelstück.

Eine Freundin erzählte mir, dass sie sich für ihr Kind keine Wickelkommode angeschafft hatte, sondern dort wickelte, wo es gerade passte – sei es das Bett, der Boden, … Als ich noch schwanger war, erschien mir das etwas zu umständlich. Ich wollte gerne einen Ort haben, an dem das ganze Wickelzubehör seinen festen Platz hat. So haben wir unseren Bar-Esstisch zum Wickeltisch umfunktioniert. Gegessen wurde stattdessen im Bett oder auf der Couch. Das hat für uns das erste halbe Jahr sehr gut funktioniert. Mittlerweile ist das Baby so mobil beim Wickeln, dass wir den Esstisch lieber wieder als solchen nutzen und tatsächlich auf den Boden (bzw. die Couch) umgezogen sind, um jegliche Fallgefall auszuschließen.

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Unser Esstisch (= Wickelkommode) wie ich ihn vor der Geburt vorbereitet hatte

Plastikfreie Wickelauflage

Lange habe ich mich gefragt, wie ich komplett ohne Plastik wickeln könnte. Die klassischen Wickelauflagen kommen nämlich immer mit einem Nässeschutz, der in der Regel aus Kunststoff besteht. Nach intensiver Recherche habe ich zwar einen Hersteller gefunden, der den Nässeschutz in dieser Form zwar weglässt, aber um ehrlich zu sein, war mir das Endprodukt zu teuer. Eine einfache Alternative ist sicher das Verwenden mehrerer Handtücher, die man bei Bedarf waschen kann. Allerdings besitze ich genau zwei Sets Handtücher pro Person. Weitere Handtücher nur für diesen Zweck zu kaufen, erschien mir nicht nachhaltig.

Beim Stöbern kam mir dann die Idee: Warum es nicht mit diesen hippen Bienenwachs-Tüchern, die als Alternative zur Frischhaltefolie in der Küche angeboten werden, probieren? Immerhin sind diese wasserabweisend und abwaschbar. Da ich spezielle Maße brauchte, habe ich mir einen Baumwollstoff meiner Wahl ausgesucht und ihn mit Hilfe eines Bügeleisen mit Bienenwachs beschichtet. Das war eine kleine Sauerei, erfüllt nun aber tatsächlich seinen Zeck. Damit das Baby eine weiche Fläche am Popo hat, liegt darüber noch ein Molton-Waschlappen. Der wird bei Pipi-Unfällen auf dem Wickeltisch ausgetauscht. Unter dem selbstgemachten Nässeschutz befindet sich ein Lammfell. Das ist schön kuschelig weich und sorgt für angenehme Wärme. Dieses habe ich als „2. Wahl – Fell für Haustiere“ günstig bei eBay erstanden und es wird nach der Wickelzeit sicher noch seinen Zweck als Teppich auf dem Fußboden oder als Schlafunterlage für die Katzen verwendet werden können.

Windeleimer

Als Windeleimer habe ich zunächst einen ausrangierten Weiden-Wäschekorb genutzt. Leider hat dieser nach vier, fünf Monaten am Boden Schimmel angesetzt (jaja, die nassen Stoffwindeln), so dass ich ab dann auf „Wet Bags“ umgestiegen bin. Das sind quasi Beutel aus Kunststoff bzw. entsprechend beschichteter Baumwolle, die mit einem Reißverschluss geschlossen werden können. Nicht ganz mein Traum vom plastikfreien Wickelplatz, aber da ich davon eh zwei Stück für unterwegs gekauft hatte, kann ich mich damit arrangieren.

Utensilien am Wickeltisch

Minimalistische Babyausstattung

Pflegeprodukte

Feuchttücher / Waschlappen

Feuchttücher können Stoffe enthalten, die die Haut des Kindes angreifen. Aus diesem Grund verzichte ich auf klassische Feuchttücher. Dennoch braucht man natürlich irgendetwas, um das Kind sauber zu bekommen. Zu Beginn habe ich dazu neben warmen Wasser Maxi-Wattepads genutzt. Das ist aber natürlich nicht sehr nachhaltig. Mittlerweile habe ich mir ein 10er-Set Mini-Waschlappen (15×15) angeschafft, die dann einfach mit in die Windelwäsche kommen.

Pflegeöl (auch zum Baden)

Ich mag es, das Kind (beim Baden) und insbesondere den Popo ab und zu mit ein wenig Öl zu pflegen. Dafür habe ich einen Vorrat an Calendula-Öl angeschafft. Ich bin mit diesem soweit auch zufrieden. Leider kommt das Öl aber ehrlicherweise in einer Plastikflasche. Da möchte ich beim Nachkaufen stärker auf eine plastikfreie Alternative achten..

Cremes

Bei einem wunden Popo soll Muttermilch helfen. Wenn der Popo aber mal so wirklich wund ist (was uns trotz Stoffwindeln passiert ist), dann sollte vielleicht doch eine Wundschutzcreme ran. Ich habe hier von bekannten Bio-Marken entsprechende Produkte und bin damit zufrieden.

Außerdem hab ich für unser Mai-Baby Sonnencreme angeschafft. Diese ist zwar grundsätzlich wirklich wichtig, war aber in der Verwendung im ersten Sommer schwierig. Mineralische Sonnencremes weißeln ja häufig. Das ist für mich optisch kein Problem. Wenn das Baby nun aber in die Trage kommt, hab ich das früher oder später an meiner Kleidung. Irgendwie nicht so praktisch. Hier würde mich sehr interessieren, wie das andere Muttis gelöst haben.

Für die kalten, rauhen Jahreszeit verwende ich zudem eine Fettcreme (Lanolin), um die zarte Gesichtshaut zu schützen.

Weiteres

Ansonsten habe ich eine kleine, weiche Babybürste aus Holz, um der Mähne unseres Babys her zu werden (Ironie), eine abgerundete Nagelschere, ein Kapuzenbadehandtuch und ein Fieberthermometer (Infrarot).

Was ich nicht habe

Heizstrahler

Häufig habe ich die Empfehlung gelesen, sich einen Heizstrahler zuzulegen. Dieses Ding nimmt Platz weg, sieht hässlich aus und nach der Wickelzeit brauche ich es nicht mehr. Mein Inneres hat sich also total dagegen gesträubt. Letztlich habe ich gedacht, wir versuchen es erstmal so. Kaufen kann man dann immer noch. Und was soll ich sagen. In einer normalen Wohnung und für Babys, die nicht im tiefsten Winter ohne Heizung geboren werden, ist das Ding aus meiner Sicht Quatsch. Ja, vielleicht ist es dem Baby gemütlicher. Aber vor allem bekommt die Mama Hitzeanfälle und Schweißausbrüche. Im Krankenhaus hatte ich ich die großartige Gelegenheit so ein Ding benutzen zu können und ich sag dir: Geheizt wurde vor allem mein Schädel. Bis die Wärme beim Baby ankommt, war ich längst mit dem Wickeln fertig.

(Nacht)Licht

Auf dem Wickeltisch war kein Platz mehr (für eine gehypte Salzkristallleuchte) und schöne Hänge-Lichterketten hätten mit meinen beiden Katzen-Rowdies nicht lange gehalten. Am Ende habe ich mich damit arrangiert, eine Tischlampe, die im selben Zimmer steht, in der Nacht einzuschalten. Diese hat von weitem für indirektes, aber ausreichend helles Licht beim Wickeln gesorgt.

Badewanne

Ich habe keine Babybadewanne angeschafft, denn das Teil ist ein Plastikbomber, steht im Weg rum und wird nach der Babyzeit nicht mehr gebraucht. Da ich im Badezimmer eine Badewanne habe, wird das Baby einfach in dieser (mit mir) gebadet.

Und unterwegs?

Für unterwegs gilt eigentlich dasselbe wie Zuhause. Das heißt, dass sich in der Wickeltasche folgendes befindet:

  • Stoffwindel, Ersatzsnappi und Überhose
  • WetBag
  • Wickelauflage (selbstgemacht)
  • je eine Probiergröße Wundschutzcreme, Pflegeöl und Sonnencreme bzw. Fettcreme
  • Mini-Waschlappen
  • Trinkflasche (mit Wasser für die Waschlappen)
  • Wechselkleidung (Body & Hose)

Ich hatte mir zunächst eine Wickeltasche gekauft, da ich die Utensilien gern ordentlich in entsprechende Fächer sortieren wollte. Ehrlich gesagt war das aber für mich ein Fehlkauf, da so eine Wickeltasche am Ende viel voluminöser ist als man denkt und nicht mehr in kleine Handtaschen passt. Daher liegt die jetzt unten im Kinderwagen. Für kurze Ausflüge packe ich die Sachen quasi einzeln ein in die jeweilige Handtasche bzw. Rucksack ein; nehme dann aber auch nicht alles mit.

Hast du noch Fragen? Oder bist du auch Mutti und siehst das ein oder andere anders als ich?

Dann freue ich mich sehr, wenn du mir einen Kommentar schreibst!

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